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...was es bedeutet, wenn eine (zumindest dem eigenen anspruch nach) qualitätszeitung schreibt, dass lediglich 15 % der schüler an der ado deutsche eltern hätten. das klingt nach ausländerschule, nach 85 % kindern, die keine deutschen eltern hätten, das klingt nach orient, nach "südländischer typ", nach berliner bronx.
mal abgesehen davon, dass die zahl so nicht stimmt, was man bei der hochoffiziellen senatsseite, die die schulen porträtiert, nachsehen kann: von den implizierten 85 % dürften zwei drittel die deutsche staatsangehörigkeit besitzen. aber die alte völkische sprachregelung, nach der ein deutscher ein blutsdeutscher ist und sein muss, ist nicht totzukriegen. eine schreckliche vereinfachung, deren getreues spiegelbild in der integrationsfeindlichen betonung der ethnischen herkunft als identitätsstiftendes moment liegt. ein deutscher staatsbürger hat rechte und pflichten wie alle anderen deutschen staatsbürger, egal wie er aussieht, egal, ob er platt, sächsisch, bayrisch oder kiezdeutsch spricht. dass die teilnahme am gesellschaftlichen leben die kenntnis und den gebrauch der verkehrssprache voraussetzt, ist freilich kaum zu bestreiten.
eine einwanderergesellschaft ist mobil, sie arbeitet fortwährend an ihrem profil und wer ein deutscher ist, muss nicht auf vorfahren verweisen können, die aus den ur-sümpfen altgermaniens kamen.
es stünde einer qualitätszeitung doch gut an, wenn sie differenzieren würde. wie sagt es lichtenberg, den adorino nicht immer versteht, den er aber trotzdem liest? "WO DAS AUGE UNDEUTLICH SIEHT, IST SCHON EINE ART VON TOD, WO KEIN DEUTLICHES BILD IST, IST KEINE VORSTELLUNG." |